Bekanntmachung!

Mannheim und die sieben Zwerge

Critical Mass in Mannheim

Zehn Radfahrer aus Mannheim versam­melten sich am 16. August 2008 am Wasser­turm zu Mannheim zur Critical Mass. Dreien davon war das zu wenig. Sie setzen sich ab, da warens nur noch sieben – die sieben Zwerge von Mannheim.

Wie das? Mannheim hat viermal mehr Einwohnder als Worms, bringt aber nur ein Fünftel so viele Radfahrer auf die Gasse? Das tut weh!

Und doch muß man Respekt vor den Mannheimern haben, denn sie haben sich von dieser unterkritischen Masse nicht entmutigen lassen und sind dennoch tapfer ihre CM gefahren: einmal mitten durch die Innenstadt, einmal außen drum herum und einmal iwwer die Brigg un widda zurigg.

Freilich war den Teilnehmern die Enttäuschung über die geringe Teilnahme im Gesicht abzulesen, aber an aufgeben dachte keiner. Und so steht auch schon der Termin für die nächte CM in Mannheinm fest: es ist wieder der dritte Samstag im Monat, und zwar der 20. September, 15:00 Uhr, am Wasserturm.

Tiefensee will Schilderwald lichten

Verkehrsminister Tiefensee denkt laut darüber nach, den deutschen Schilder­walt zu lichten. Er denkt dabei vorzugsweise an dreieckige Warnschilder wie die Warnung vor Eisglätte, Bahn­übergängen und Stein­schlag, et cetera. Von Radwegschildern spricht er nicht.

Kommentar:

Grundsätzlich ist die Idee gut, denn mindestens jedes dritte Verkehrsschild in Deutschland ist entweder entbehrlich oder widersinnig. Welchen Sinn es aber machen soll, ausgerechnet Warnschilder abzuschaffen, versteht nur der Tiefensee alleine, und sonst keiner.

Warnschild

Auch darf daran gezweifelt werden, ob diese Maßnahme überhaupt greift? Denn wer da glaubt, so das Blech an deutschen Straßen abschrauben zu können, der kennt die erstaunliche Kreativität der örtlichen Verkehrtbehörden nicht.

Selbstverständlich wird man die ent­fallenen Schilder umgehend entfernen, das ist klar, aber wer da glaubt, daß das Schild damit weg ist, der irrt sich. Ich wette drum, daß man statt dessen das allgemeine Warnschild plus eine Zusatztafel aufstellen wird (also nicht weniger sondern mehr Blech), will heißen, dieser Schuß geht voll in die Hose!

(EC)

Zweiter Fahrradbericht der Bundesregierung veröffentlicht

Am 5.9.2007 hat das Bundeskabinett dem von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee vorgelegten Zweiten Fahrradbericht der Bundesregierung zugestimmt. Der Bericht wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Abstimmung mit allen mit dem Thema Radverkehr befassten Obersten Bundesbehörden erarbeitet.

Download:

Zweiter Fahrradbericht der Bundesregierung
(pdf, ca. 65 KB)

In diesem Bericht wird natürlich dargelegt, wie Bundesminister Tiefensee sich die Förderung des Radverkehrs vorstellt, der selbst von seinen Fördermaßnahmen nicht betroffen ist. Ob seine Ansichten aber auch im Sinne von uns Radfahrern sind, daran darf gezweifelt werden. Vor allen die Tatsache, daß nach wie vor der Bau von Radwegen gefördert werden soll, obgleich diese Anlagen bekanntermaßen weder unserer Sicherheit [1] noch underem Fortkommen [2] dienen, ist eher eine herbe Enttäuschung denn eine Offenbarung.

Ungeachtet dessen sind einige Zahlen aus diesem Bericht durchaus interessant. So gäbe es derzeit ca. 75 Millionen Fahrräder in Deutschland und der Anteil des Radverkehrs betrüge 9 %. Und das kann noch besser werden! Denn in den Städten geht jede zweite Autofahrt über eine Strecke von weniger als 5 km und ist darum bestens geeignet, statt dessen mit einem Fahrrad gefahren zu werden.

[1]

Die These, daß Radwege sicher seien, ist zwar historisch überliefert, aber nachweislich falsch. Tatsächlich ist das Unfallrisiko auf einem Radweg ca. drei- bis viermal größer als auf der Fahrbahn, bei linksseitiger Benutzung reicht das Risiko sogar bis zum dreizehnfachen.

[2]

Radwege werden bei der Planung für eine Geschwindigkeit von ca. 17 km/h ausgelegt. Praktische Erfahrungen legen es aber nahe, auf Radwegen nicht schneller als ca. 12 km/h zu fahren. Tatsächlich aber können selbst ungeübte Radfahrer durchaus Geschwin­digkeiten von 25 km/h erreichen, für die unsere Radwege definitiv nicht geeignet sind. Folglich werden Radfahrer durch Radwege in ihrem Fortkommen nicht gefördert, sondern behindert.

Auch Radfahrern kann die Fahrerlaubnis entzogen werden!

Die Fahrerlaubnis für ein Fahrrad wird nicht durch Ausstellung eines Führerschens erteilt, sondern ist allgemein gegeben. Gleichwohl kann sie im Einzelfall entzogen werden!

Wird ein Radfahrer zum Beispiel stark akoholisiert [1] im Straßenverkehr angetroffen, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden. Auch der Autoführerschein kann in so einem Fall die Reise nach Flensburg antreten, nämlich wenn das Gericht zu der Überzeugung kommt, daß der Betroffene grundsätzlich zum Führen eines Fahrzeugs ungeeignet sei. Ebenso kann dem Radfahrer die Pflicht zu einer MPU (dem sogenannten »Idiotentest«) auferlegt werden. Kommt der Radfahrer dieser Pflicht nicht nach, dann ist die Pappe weg, und auch das Fahrrad darf dann nicht mehr gefahren werden.

Und das sollte man ernst nehmen! Freilich wird ein Radfahrer bei einer Verkehrskontrolle nicht nach seinem Führerschein gefragt, will heißen, man hat eine gute Chance, unbehelligt durchzukommen. Wird ein Radfahrer aber, während ihm Fahrverbot auferlegt ist, in einen Unfall verwickelt, dann kommen die Akten in der Hauptverhalndung natürlich auf den Tisch, und das wird dann teuer!

[1]

Radfahrer gelten derzeit als absolut fahruntüchtig bei einem BAK-Wert von 1,6 ‰ und haben dann mit ähnlichen Sanktionen zu rechnen wie Kraftfahrer. Aber auch mit 0,3 ‰ kann der Radfahrer schon gewaltigen Ärger kriegen, nämlich wenn er an einem Unflal beteiligt ist.

© (07/2008) by Erika Ciesla, 68167 Mannheim/Germany

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